Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines [=Schoene3]

Vor- und Geleitworte aus den gedruckten Auflagen

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Vorwort

(Aus der 2. gedruckten Auflage, München 1988)


Als vor mehr als zehn Jahren für die "Bibliographie zur Geschichte des Weines" das Vorwort zu schreiben war, schien das Unternehmen mit 6.575 Titeln weitgehend abgeschlossen. Niemand konnte damals ahnen, daß sich innerhalb eines Dezenniums die Titelzahl mehr als verdoppeln würde; dies nicht nur durch neu erschienene Publikationen, sondern auch durch den - mit der Zeit freilich dünner fließenden - Zustrom älterer, bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die verborgenen, oft nur noch außerhalb des deutschen Sprachraums nachweisbaren Titel fanden sich nicht von selbst ein; ihre Auffindung war das Ergebnis zäher, auf Zeitaufwand keine Rücksicht nehmender Sucharbeit von Frau Renate Schoene. Auch viele Bibliotheken haben die Komplettierung der Weinbibliographie zu ihrem Anliegen gemacht.

Der Dank, der Frau Schoene bei Erscheinen des Hauptbands (1976) und der drei Supplementa (1978, 1982 und 1984) ausgesprochen wurde, kann hier nur auf das Herzlichste wiederholt werden. Es hat sich nichts daran geändert, daß Wein mit Außen- und Binnenwirtschaft, allen Zweigen der Kunde von Lebensmitteln, ihres Rechts und ihrer Technologie wie der Landwirtschaft schlechthin ebenso wie mit Religion und Brauchtum, den bildenden Künsten und der Literatur verbunden ist; daß er sieben Staaten des Gemeinsamen Marktes hinsichtlich des Weinbaus, alle zwölf als Handelsgut in Geschichte und Gegenwart umschließt; das über ihn Naturwissenschaftler der verschiedensten Disziplinen ebenso wie Historiker und Sozialwissenschaftler forschen; und daß er nicht nur zum Wesensgehalt vieler alter Kulturen gehörte, sondern auch heute Anreger kultureller Leistungen ist.

Dieses Umfeld, das gewiß noch erweitert werden könnte; mag deutlich machen, daß Frau Schoenes hingebende Arbeit nicht in erster Linie für die Weinfreunde bestimmt ist, obgleich auch sie ja nach ihren Interessen hier einen sicheren Zugang zu mehr Wissen vom Wein finden. Das Werk ist mit jedem Teilstück unentbehrlicher für all jene geworden, die in irgendeinem der genannten Bereiche Schrifttum über Wein, Schaumwein, Weinbrand oder dem Wein ähnliche Getränke benötigen, ob nur zur Gewinnung von Daten und Fakten oder zu Studium und Forschung. Sie alle werden Frau Schoene ebenso wie dem Verlag Saur Anerkennung zollen, der die vier Einzelbände, die unübersichtlich zu werden drohten, vermehrt um den Inhalt eines geplanten 4. Supplements in einem kumulierten und neu durchnumerierten Gesamtband herausbringt. Allein die dafür notwendige Nummernkonkordanz bedeutet eine große Leistung, wie klein sie im Druck erscheinen mag.

Die Gesellschaft für Geschichte für Geschichte des Weines e.V. ist gewiß, mit dem Dank an Frau Renate Schoene Sprachrohr aller Benutzer eines Werkes zu sein, das zugleich ein hohes Lied auf die Möglichkeiten ist, die eine kundig erarbeitete Bibliographie für den Aufschluß ihres Inhalts bietet. Dafür hätte die Freizeit sogar durch ein Jahrzehnt nicht ausgereicht. Der Dank gilt daher ebenso dem Leitenden Direktor der Universitätsbibliothek Bonn, Herrn Dr. Hartwig Lohse, der sich so sichtbar der Bedeutung bewußt war, die eine mustergültig erarbeitete Bibliographie auch für die Reputation der Bibliothek hat, an der sie entstanden ist.

Professor Dr. Helmut Arntz
Präsident der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Wiesbaden

 

Zum Geleit

(Aus der 2. gedruckten Auflage, München 1988)


Es ist dem Ltd. Direktor der UB Bonn Bedürfnis und Vergnügen zugleich, dieser kumulierten Neuauflage der "Weinbibliographie", die Frau Renate Schoene mit gewohnter Akribie zusammengestellt hat, ein Geleitwort zu schreiben.

Darin soll vor allem zum Ausdruck kommen, daß die Erstellung von Fachbibliographien nach wie vor in Bonn als eine genuin bibliothekarische Aufgabe gesehen wird, die der heute sog. Fachinformation dient. Natürlich ist sie auch für Weinkenner und -liebhaber gedacht, doch was wäre der Weinbau ohne diese? Aber in erster Linie dokumentiert sie die Bedeutung eines großen, für einzelne Bundesländer wie Rheinland-Pfalz fast zentralen Wirtschaftszweiges, der heute mehr denn je auf die Ergebnisse weinbaulicher Forschung und Wissenschaft angewiesen ist.

In diesem Sinne wünsche ich der Bibliographie weite Verbreitung und intensive Nutzung, zum Wohle des deutschen Weines.

Dr. agr. Hartwig Lohse
Leitender Direktor der Universitätsbibliothek Bonn

 

Einleitung

Aus dem Vorwort des Präsidenten der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Wiesbaden zur 1. Auflage
(Aus der 2. gedruckten Auflage, München 1988)


Vinum delectat et laetificat cor hominum - diese angereicherte Bibelstelle ist noch heute auf der jüngsten Kelter der einstigen Zisterzienserabtei Kloster Eberbach zu lesen. Der Wein hat aber zu allen Zeiten nicht nur das Herz erfreut, sondern das 'Wunder der Weinwerdung' hat ihm seit der frühesten Überlieferung eine Sonderstellung zugewiesen. Der Vorgang der Gärung, der erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich erklärt werden konnte, und die dadurch bewirkte Wandlung eines Fruchtsafts zu einer den Menschen verwandelnden Substanz haben dem Wein eine fast mystische Rolle in der Religion, im Brauchtum und allen Bereichen der Kunst gesichert. Auch dort, wo nicht das Wunder im Vordergrund stand, hat der Wein, haben die ihm dienenden Gefäße bis zu den Faßriegeln und Faßböden den Künstlern immer wieder als Motive gedient.

Wein war aber nicht in erster Linie Kulturgut; er war ein Wirtschaftsgut; das in den verschiedenen Formen des Wirtschaftens einen hohen Rang behielt. Diodor berichtet von den Galliern, sie hätten den Wein so hoch geschätzt, daß sie einen Krug mit einem Sklaven bezahlt hätten. Seit Alexander Severus, also etwa seit 230, gab es corpora vinariorum, Weinhändlervereinigungen, eine Lobby nach heutigen Begriffen, die so mächtig war, daß sie Italien zeitweilig ein Weinmonopol sichern konnte. Im Mittelalter war das Elsaß so reich an Wein, daß beim Bau des Münsters von Thann, wie alte Überlieferung wissen will, der Mörtel mit Wein statt Wasser zubereitet wurde ... .

Geistliche und weltliche Herren, Städte und Klöster alimentieren im Mittelalter ihr Budget durch Ungeld auf alkoholische Getränke, vor allem auf den Wein. In Frankfurt bringt es 1593 bei einem Gesamthaushalt von 90.000 Gulden mehr als 19.000 Gulden; in Nürnberg bestreitet das Ungeld schon um 1400 sogar ein Drittel aller städtischen Einnahmen. Bis zum 17. Jahrhundert bleiben deutscher und ausländischer Wein der wichtigste Exportartikel der Stadt Köln.

Dieser wirtschaftlichen Bedeutung entspricht eine Rechtsordnung, die uns ein fein verzweigtes System von Weinrecht, Weinhandelsgerichtsbarkeit und Schlichtungswesen, wechselnd von einem Territorium zum andern, belegt. Die rechtlichen Regelungen berühren sich eng mit Medizin und Pharmazie; denn neben der heilkräftigen Anwendung des Weines in mehr als tausend Arzneien steht die Betriebsamkeit der Kurpfuscher.

Dies können nur Andeutungen sein, um zu erklären, warum der Wein auch in der Literatur eine so erstaunliche Rolle spielt, daß, selbst wenn die Randgebiete - wie Koch- und Heilmittelbücher, Destillier- und Trinkbücher und ähnliche - nur in ihren wichtigsten Vertretern angeführt werden, allein das deutschsprachige Schrifttum mehr als sechstausend Titel aufweist. Viele mehr wären es sogar, wären nicht von der Literatur seit 1945, die über Rebe und Rebbau, Weinbereitung und Weingenuß, Weinwirtschaft, Weinwerbung und Weinrecht handelt, jeweils nur grundlegende Werke ausgewählt worden. 

Diese Flut des Schrifttums hat zu der all denen vertrauten Informationssituation geführt, die an die wissenschaftliche Bearbeitung eines Themas gehen oder sich nur über ein Problem informieren wollen: Der Wißbegierige wendet den Großteil der verfügbaren Zeit für Literaturrecherchen statt für eigene Forschung auf; in dem selbstverständlichen Wunsch, Doppelarbeit zu vermeiden und sicher zu sein, über die für ihn wichtigsten Quellen zu verfügen. Diese Gewißheit konnte es aber seit Jahrzehnten, mindestens seit der letzten Auflage des (jetzt unverändert nachgedruckten) Standardwerks von Friedrich von Bassermann-Jordan (1923) nicht mehr geben, und auch damals, nun vor mehr als fünfzig Jahren, war sie begrenzt, weil große Gebiete der Weinwissenschaft und Weinwirtschaft in dem Werk, das sich richtig 'Geschichte des Weinbaus' nannte, nicht behandelt waren.

Es war daher von vornherein ein bedeutsames Unterfangen, daß die Universitätsbibliothek Bonn im Anschluß an die Ausstellung 'Der Wein in Geschichte und Gegenwart' im Mai 1971 die Erarbeitung einer umfassenden Bibliographie in Angriff nahm. Dieser Arbeit unterzog sich Frau Bibliotheksamtmännin Renate Schoene. Einer ungewöhnlichen Arbeit; denn es wurde versucht, mit Hilfe der Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik, einiger österreichischer und anderer ausländischer Bibliotheken, auch auf allen Wegen des Fernleihverkehrs, zur Autopsie aller zitierten Werke zu gelangen. Dabei zeigte sich, wie nicht anders zu erwarten, daß hundertfach falsch zitiert und das falsche Zitat weiter abgeschrieben worden war. Diese Fehlerquelle wurde bereinigt, als die älteren Weinbibliographien usw. verzettelt und den Zitaten in der Weinliteratur von Frau Schoene so sorgsam nachgespürt wurde, wie es nur möglich ist, wenn zu der bibliothekarischen Erfahrung die Liebe zum behandelten Gegenstand tritt.

Die Gesellschaft für Geschichte des Weines hat den Plan seit 1971 vor allem dadurch gefördert, daß ihr Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Herr Dr. Karl Fill, in vielen Besprechungen mit Frau Schoene, dem Leitenden Direktor der Universitätsbibliothek Bonn, Herrn Dr. Hartwig Lohse, seiner Stellvertreterin, Frau Bibliotheksdirektorin Dr. Irmgard Ooms und Frau Bibliotheksdirektorin Dr. Helga Fremerey-Dohna Gliederung und Aufbau festlegte, alle fragwürdigen und mehrdeutigen Titel auf ihre Beziehung zum Wein prüfte und das Ganze durch ein besonderes Sachregister ergänzte. Bei all diesen Tätigkeiten kamen Herrn Dr. Fill seine jahrzehntelangen Erfahrungen in der nationalen und internationalen Dokumentation zustatten.

Professor Dr. Helmut Arntz
Präsident der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Wiesbaden

 

 

Vorwort zur Internetpublikation von 2003


Bei der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) glaubten viele, die Zeit des bedruckten Papiers sei vorbei. Das Gegenteil ist geschehen. Selbst, wenn man die Werbung nicht berücksichtigt, ist die Papierflut heute größer als je zuvor. Den Zugang zu den gedruckten Quellen hat die EDV aber wesentlich erleichtert. So war es naheliegend, sie bei einer Neuauflage der Bibliographie zur Geschichte des Weines zu nutzen.

Die Anregung zur Erstellung einer solchen Bibliographie ergab sich aus einer Sonderausstellung: Der Wein in Geschichte und Gegenwart der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn im Jahre 1971. 1976 erschien in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Geschichte des Weines mit 6527 Titeln die erste Auflage, der 1978, 1982 und 1984 die Supplementbände eins bis drei folgten. Sie wurden 1988 mit einem vierten Supplement vom Verlag K. G. SAUR zu einer zweiten Auflage vereinigt. Damals konnten 13.309 Titel aufgerufen werden.

Unter Berücksichtigung der großen Anzahl an jährlich neuen, bzw. neu aufgenommenen Titeln erschien die Auflage weiterer Supplementbände nicht mehr sinnvoll. Die Nutzung elektronischer Möglichkeiten war verlockend. Nach einer Atempause konnte nach der Überarbeitung der schon vorhandenen Daten im Jahre 2003 Schoene3 als Internet-Ausgabe im Netz für die freie Nutzung bereitgestellt werden. (Nähere Angaben zur Geschichte der Weinbibliographie können unter Schoene3: Historische Entwicklung der Weinbibliographie im Internet nachgelesen werden).

Von Beginn des Unternehmens Bibliographie zur Geschichte des Weines unterzog sich Frau Bibl.-Amtsrätin i.R.Renate Schoene, anfangs in Verbindung mit der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, der Aufgabe für die Weingeschichte bedeutende alte und neue Titel zu erfassen, sie fachlich einzugliedern und für die Erfassung durch die EDV aufzuarbeiten. Unterstützt wurde sie dabei durch Dr. Wolfgang Thomann, wie sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Gesellschaft für Geschichte des Weines. Allerdings wurde die Herausgabe der Bibliographie für eine wissenschaftliche Gesellschaft mit der Zunahme der Daten zu umfangreich. Die Umstellung auf elektronische Nutzung forderte den Einsatz weiterer Helfer. Sie fanden sich im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Bonn, in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Bonn (früher Zentralstelle für Agrardokumentation und –Information (ZADI) Bonn) und im Deutschen Weininstitut (DWI) Mainz. Ohne diese Zusammenarbeit hätte die über die ganze Zeit von Frau Renate Schoene betreute Bibliographie mit inzwischen mehr als 26.000 Titeln nicht den Weg zu den Nutzern finden können.

Der deutsche Weinbau - Winzer, Weinfreunde und Historiker - verfügen so über eine in der Welt einmalige Bibliographie über das sie begeisternde Kulturgut Wein. Die Gesellschaft für Geschichte des Weines dankt, auch im Namen aller Nutzer, allen am Zustandekommen der Bibliographie Beteiligten, voran Frau Renate Schoene, für die einmalige Leistung und empfiehlt deren rege Nutzung.

 

Bad Dürkheim, im Dezember 2009

Dr. Fritz Schumann
Präsident der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Wiesbaden


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